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Aktuelles

Hospizbau an der Baumannstraße

Gemeinderat erteilt das gemeindliche Einvernehmen gem. § 36 Abs. 1 BauGB zur Errichtung eines Hospizgebäudes auf dem Grundstück Fl.Nr. 2219,
Gemarkung Bernau a. Chiemsee.

Bauantragstellung

Die Geschäftsstelle des Chiemseehospiz gKU hat die Baugenehmigung zur Errichtung eines Hospizgebäudes beantragt. Für dieses Vorhaben wurde durch die Gemeinde Bernau a. Chiemsee der Bebauungsplan Nr. 50 „Sondergebiet Hospiz“ erlassen. Genannter Bebauungsplan wurde am 10.07.2018 bekanntgemacht und ist damit in Kraft getreten. Der eingereichte Bauantrag entspricht den Vorgaben dieses Bebauungsplanes. Die Erschließung ist gesichert. Das neue Gebäude kann - wie das ursprüngliche Bestandsgebäude - an den gemeindlichen Schmutzwasserkanal sowie die zentrale Wasserversorgung der Gemeinde Bernau a. Chiemsee angeschlossen werden. Das anfallende Oberflächenwasser soll entsprechend dem vorliegenden Entwässerungsplan flächenhaft auf dem Baugrundstück versickert werden.

Die Zulässigkeit des Vorhabens ist gegeben, da die Voraussetzungen des § 30 Abs. 1 BauGB vorliegen. Befreiungen wurden nicht beantragt.

Hospiz ost

Anicht Ost

Hospiz west

Ansicht West
 

Hospiz süd, nord

Ansicht Süd und Nord

Bauleitplanung

Der Gemeinderat Bernau am Chiemsee hat in seiner Sitzung am 03.05.2018 den Entwurf zur Aufstellung des Bebauungsplanes „Sondergebiet Hospiz“ gebilligt.
Bebauungsplan Nr. 50 „Sondergebiet Hospiz“ mit integriertem Grünordnungsplan

Hospiz

Auszug aus der Begründung zum Bebauungsplan:

„Der Beschluss wurde erforderlich, da das gemeinsame Kommunalunternehmen „Chiemseehospiz gKU“ der Landkreise Berchtesgadener Land, Traunstein, Rosenheim sowie der kreisfreien Stadt Rosenheim plant, auf dem Areal des Anwesens Baumannstraße 56 ein Hospizgebäude zu errichten. Das derzeit auf dem Grundstück existierende Gebäude mit ehemaligen Personalwohnungen der örtlichen Justizvollzugsanstalt ist für ein Hospiz nicht geeignet und muss deshalb abgerissen werden.
Die Bayerische Staatsregierung geht in ihrer Bedarfsplanung von einem durchschnittlichen Bedarf von etwa einem Hospizbett pro 60.000 Einwohner aus. In den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein, Rosenheim sowie der kreisfreien Stadt Rosenheim leben derzeit zusammen rund 600.000 Einwohner. Daraus ergibt sich ein formaler Bedarf von zehn Hospizbetten. Nachdem im südöstlichen Oberbayern bisher kein einziges Hospiz für die Bevölkerung angeboten wird, ist dies die Größenordnung, von der bei der Planung der neuen Einrichtung in Bernau ausgegangen wird.
Das Hospiz stellt eine sinnvolle Ergänzung der Palliativmedizin in den Kliniken dar. Für manche Sterbende ist ein stationäres Hospiz die einzige Möglichkeit, ihr Leben in Würde zu Ende gehen zu lassen. Die Gründe hierfür sind vielfältiger Natur. Mit der zunehmen Individualisierung der Gesellschaft und Auflösung der Familienverbände mehren sich die Fälle, in denen den Sterbenden keine Familie oder Freunde beistehen könnten, sodass auch die ambulanten Angebote der Hospizvereine nicht ausreichen. Mit der steigenden Lebenserwartung nehmen aber auch schwere bis schwerste Krankheitsverläufe zu, bei denen am Ende ärztliche Hilfe nicht mehr zur Heilung beitragen kann. In solchen Fällen ist der Pflegebedarf oft derart hoch, dass er von ambulanten Diensten und dem familiären Umfeld nicht mehr geleistet werden kann.
Da sich nicht zuletzt am Umgang mit dem Leid und der Würde des Lebens an seinem weltlichen Ende das Selbstverständnis und das Menschenbild einer Gesellschaft zeigt, wollen die vier beteiligten Kommunen einen Ort der Aufnahme und Begleitung im Sterben schaffen.
Die Gemeinde Bernau am Chiemsee steht dem Vorhaben sehr positiv gegenüber und möchte mit der Aufstellung des Bebauungsplanes die Voraussetzungen zur Realisierung schaffen.“

Zur Funktion des geplanten Gebäudes führt die Baubeschreibung der Ludes Generalplaner GmbH aus:

„Das Gebäude soll die Funktionen eines stationären Hospizes aufnehmen. Es ist für zehn Be-wohner geplant. Für jeden Bewohner ist ein Bettenzimmer mit einer Nasszelle vorgesehen. Die Bewohnerzimmer liegen an der West- und an der Südseite des eingeschossigen Baukörpers und haben Zugang zu einer vorgelagerten Terrasse. Zwei Gästezimmer befinden sich im Oberge-schoss des mehrgeschossigen Baukörpers. Zwei Bewohnerzimmer sind behindertengerecht, die anderen Zimmer und die Gästezimmer sind barrierefrei.
Im Erdgeschoss befinden sich ein Stationszimmer, Büros, Nebenräume und ein Aufenthaltsraum für die Bewohner mit angegliederter Küche und Lager. Ebenso ist ein „Raum der Stille“ im Erd-geschoss vorgesehen, der direkt am inneren Patio liegt. Im Obergeschoss befinden sich zwei Gästezimmer, ein Versammlungsraum, Umkleiden, Hausmeisterraum, eine Teeküche und ein Aufbahrungsraum für die Verstorbenen. Das Dachgeschoss nimmt die Flächen für die Technik und ein Archiv auf. Alle Geschosse sind über ein Treppenhaus zugänglich. Das Obergeschoss ist zusätzlich über einen bettengängigen Aufzug erreichbar.
In der Nordwestecke des Grundstücks ist ein Carport geplant. Dieser Carport hat Platz für einen Stellplatz und einen umschlossenen Raum für Gartengeräte.“ Die Lage des Grundstücks sowie die Anordnung der Bewohnerzimmer und Terrassen ermöglichen eine ruhige Wohnsituation und einen schönen Blick auf die Berge mit den davor liegenden Wiesen und Wäldern.

Baugestaltung

Hospiz Fassade Nord

In Anlehnung an die Nachbarbebauungen südlich der Baumannstraße wird der traufständige mehrgeschossige Hauptbaukörper mit einem symmetrischen Satteldach mit einer Dachneigung von 27° bis 30° festgesetzt. Als Dacheindeckung sind naturrote, rotbraune bzw. graue Dachzie-gel oder Dachsteine gleicher Farbgebung bzw. eine Blechdeckung in grauem Farbton zulässig. Dachaufbauten und Dacheinschnitte werden nicht zugelassen. Unzulässig sind auch Fassaden-bekleidungen aus glänzenden bzw. spiegelnden Materialien, Zier- oder Ornamentputze sowie grellfarbige Anstriche.
Die Konstruktion des Baukörpers ist als Holzkonstruktion aus vorgefertigten Holztafeln geplant. Zur Fassadengestaltung führen die mit der Planung des Hospizgebäudes beauftragten Architekten aus:
„Die Fassade des eingeschossigen Baus ist mit einer Verkleidung aus vertikalen Holzlamellen geplant, die Öffnungen zur Belichtung in der Fassade freilässt. Die Bewohnerzimmer sind jeweils über eine raumhohe Pfosten-Riegel-Fassade belichtet. Die Nebenräume und die Büros erhalten Licht von außen über Fenster. Die Fassaden der Patios sind als Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Holz geplant. Die Fassade des mehrgeschossigen Baukörpers wird verputzt. Der Putz ist zusammen mit der Wärmedämmung als Wärmedämmverbundsystem vorgesehen.“