Anlässlich des Jubiläumsjahres 2026 finden ab Januar bis Ende September im Bernauer Rathaus mehrmals wechselnde Ausstellungen mit Fotos und Dokumenten aus dem Heimat-Archiv der Gemeinde statt. Dabei sollen in den einzelnen Gängen unterschiedliche Themenbereiche schlaglichtartig beleuchtet werden.
Wenn im kommenden Jahr das Jubiläum „1100 Jahre erste urkundliche Erwähnung“ gefeiert wird, handelt es sich dabei um ein schriftliches Dokument von der Übertragung einer Abgabenpflicht (= Zehent), die ein Adalung und sein Bruder Ogo vom Salzburger Erzbischof und Abt des Klosters St. Peter erhielten. Auch wenn der Zehent eine nennenswerte Größe gehabt haben muss, darf man sich unter „Pernouua“ kein großes Dorf vorstellen. Bernau, wie unser Ort heute geschrieben wird, war um 926 nur ein kleines Haufendorf mit vermutlich einer Kirche und 6 bis 8 Anwesen.
Wenn man im Bernauer Heimatbuch von 1991 nachschlägt, kann man herausfinden, dass von den damaligen - in anderen Urkunden erwähnten - Höfen und Häusern heute noch einige existieren. Dies sind der Steinbauernhof (1902 abgebrannt und versetzt wieder aufgebaut, heute Sanne), der Zellner-Hof (heute Bonnschlössl), der Alte Wirt und der Pertl-Hof (heute Gästehaus Hermann). Verfolgt man die Entwicklung von Bernau und den umgebenden Weilern und Einzelhöfen weiter, stellt man fest, dass Bernau um 1804 aus 12 Anwesen bestand (Bild 1). Um 1884 lebten in Bernau/Ort in 21 Häusern insgesamt 138 Personen. Dem Pfarrsprengel St. Laurentius gehörten jedoch insgesamt 726 Personen aus 111 Häusern an, verteilt auf die umliegenden Ortsteile, jedoch noch ohne Felden, Weisham und Hittenkirchen.
Die Karte von 1811 entstand auf Weisung von König Maximilian I. Joseph, der 1808 angeordnet hatte, das Königreich Bayern topografisch zu vermessen, um eine gerechte und einheitliche Grundsteuer errechnen zu können. Diese Urkarten hatten den Maßstab 1:5.000 und wurden auf Druckplatten aus Solnhofer Plattenkalk übertragen, die für die damalige Lithografieherstellung notwendig waren. In verschiedenen zeitlichen Abständen wurden diese Karten ergänzt und ausgebessert, z.B. 2001 (Bild 2).
Zusammen mit historischen Ansichtskarten um 1900, einer Galerie der Bernauer und Hittenkirchner Bürgermeister der letzten 140 Jahre oder den ersten Fotografien der kath. Kirche St. Laurentius u.v.m. werden in der Ausstellung auch verschiedene alte topografische Karten gezeigt.
Gleichzeitig soll dies auch der Startschuss für die „Bernauer Topothek“ werden, einem lokalen Online-Archiv auf dem historische Aufnahmen oder alte Zeitungsartikel für die Bevölkerung abrufbar und kommentierbar sind.
Weitere Infos hierzu gibt es im Februar-Bernauer und bei einem Informationsabend.
Die offizielle Eröffnung der ersten Ausstellung erfolgt am Donnerstag, 7. Januar um 19.00 Uhr im Bernauer Rathaus.
Bernau um 2011